Donnerstag, 24. Dezember 2009

Highway to Schwäbisch Hell.

Offensichtlich war ich eine Spur zu optimistisch, als ich voreilig behauptete, die Autobahnen würden wohl frei sein.

Freitag abend sind wir wie geplant gegen 19 Uhr in Richtung BaWü aufgebrochen, nicht ahnend, was uns erwarten würde. Die Autobahnen waren nämlich NICHT frei. Und damit meine ich nicht, dass viel Verkehr gewesen wäre (obwohl selbst dieser nicht zu unterschätzen war), vielmehr meine ich Temperaturen bis Minus 20° C, spiegelglatte Fahrbahnen und eingefrorene Scheibensaubermachwasser-Düsen am Auto.
Letzteres war fast noch am schlimmsten: Die Windschutzscheiben sämtlicher Reisenden waren nämlich permanent versifft und man konnte nicht einmal ansatzweise etwas sehen. Deswegen musste man dann ca. alle 5 km rausfahren und die Scheiben manuell putzen, wenn einen der nächste LKW überholt und die Scheiben erneut vollgesaut hatte. Die Parkplätze und Raststätten waren überfüllt mit verzweifelten Autofahrern, die sich fast schon liebevoll über die Spritzdingenswasser-Düsen beugten und ihnen gut zuredeten. Brachte aber nichts. Wie auch heißes Wasser und Enteiser nichts brachten. Am besten war, sich mit der Situation zu arrangieren, seinen Humor zu behalten ("Verdammt, jetzt zieht auch noch so ein dichter Nebel auf...."- "Macht nichts, ich seh ja eh nichts.") und sich in Geduld zu üben.

Dank einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 60km/h brauchten wir dann doch etwas länger als die geschätzten 7 Stunden (wir dachten, dass wir so gegen 2 Uhr nachts ankommen würden...). Nachdem wir das Navi zwischenzeitlich ausgeschaltet hatten, weil wir eh nur im Schrittempo auf der A7 unterwegs waren, sagte es uns um ca. 3 Uhr nachts folgendes:


Tatsächlich angekommen sind wir dann allerdings erst um 9 Uhr morgens. Ja, richtig, wir waren für gut 700 km tatsächlich 14 Stunden unterwegs. Was aber am wichtigsten ist: Wir haben keinen Unfall gebaut. Verstehe ich zwar immer noch nicht, ist aber so. Hallelujah, ein Weihnachtswunder ist geschehen! :)

Auf der Fahrt haben wir uns die Langeweile versüßt mit folgendem Hörspiel:



Die Geschichte von Lynn, die im Hotel Eden die Zimmer putzt und nach und nach einen immer schlimmer werdenden Putzzwang entwickelt (schon einmal daran gedacht, das Lattenrost von unten zu putzen?), die Kleider der Hotelgäste anprobiert, in fremden Sachen schnüffelt und sich schließlich sogar unter die Hotelbetten legt, um die Gäste zu belauschen, um in fremde Leben einzutauchen, um jemand anders zu sein.
Ziemlich krank, ziemlich fesselnd und ziemlich verstörend - also genau nach meinem Geschmack.

Gut. Die letzten Tage habe ich mit exzessivem Shopping verbracht, manche Dinge, die ich gekauft habe, sind sogar sinnvoll. Aber davon werde ich erst am Sonntag berichten, wenn wir wieder zu Hause sind (und diesmal weniger als 14 Stunden gebraucht haben, hoffentlich).

Bis dahin wünsche ich Euch einen wunderschönen Heiligabend und - wie sagt man so schön - "besinnliche" Feiertage, tolle Geschenke und leckeres Essen. :)

1 footnotes:

Sophie hat gesagt…

Klingt ja wundervoll.
Wir haben immerhin 10 Stunden (9,5) von Berlin nach Köln gebraucht. Zwar nicht mit eingefrorenen, aber dafür leeren Wischwasserdüsen auf den letzten 50km... Und die einzige von allen akzeptierte CD an Bord war Peter Fox. Nach 10 Durchläufen nervt der doch etwas.

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