Sonntag, 27. März 2011

Chäschuechli, Knackfuedli und sieben Cheeseburger.

















Letztes Jahr um diese Zeit waren wir in Wien - diesmal ging es nach Zürich. Relativ planlos und mit vielen einzelnen, handgeschriebenen Zettelchen, auf denen wir einige To-Dos notiert hatten, kamen wir also auf neutralem Boden an und suchten erst einmal unser Hotel - übrigens das Rothaus in der Sihlhallenstraße, das zwar mehr oder weniger im oder zumindest am Rande des "Rotlichtmileus" liegt, dafür aber bezahlbar und immer noch zentral genug war. Es ist nämlich gar nicht mal sooo leicht, ein Hotel in Zürich zu finden, das diese Ansprüche erfüllt. Und auch, wenn das Rothaus ein paar Jugendherbergszüge aufweist, ist es doch absolut zu empfehlen: Nettes Personal, hübsche Zimmer, zuverlässiger Zimmerservice. Das Bad war leider sehr, sehr klein, aber das Bad kann ja auch nie groß genug sein. Insofern... Trotz "Milieu"-Lage war es sehr ruhig auf den Zimmern und auch nachts konnte man sich sehr sicher durch die Straßen bewegen - davon sollte man sich also nicht abschrecken lassen. Es klingt definitiv schlimmer, als es ist. Im Grunde ist das Viertel eigentlich sogar ganz charmant.

Noch viel charmanter ist natürlich die Altstadt. Hier gibt es so ziemlich alles, was das Herz begehrt und ich empfehle jedem, einen Stadtplan mitzunehmen, denn die Stadt hat super viele, wunderschöne kleine Gassen, die man sich definitiv anschauen sollte - nichts mit "Einkaufspassage und das war's dann". Die Bahnhofstraße ist zwar irgendwie das Hauptding, wo man vor allem die großen Marken findet, aber das ist schlicht und ergreifend nur ein Teil vom Ganzen. Zürich hat viel, viel mehr zu bieten als das.

















































Wunderschöne Gebäude, Altbauten, ganz viele davon mit diesen urigen Fensterläden, die ich so liebe, der Fluss quasi mitten in der Stadt, Brücken, Schiffe und im Prinzip überall tolle Läden und Restaurants - ich habe letztes Jahr eine Liebeserklärung an Wien abgegeben und sage dieses Jahr: Zürich ist noch schöner. Da kommt einfach mehr zusammen, die Stadt wirkt größer, obwohl sie es nicht ist, meine Augen konnten sich kaum sattsehen und kamen nie zur Ruhe.

































Was sollte man jetzt also gesehen, gegessen oder gemacht haben?
Schwer zu sagen - ich habe meine Liste zwar gerade eben so abgearbeitet, aber währenddessen  noch so viel mehr gesehen, dass ich kaum noch hinterher gekommen bin. Ich muss auf jeden Fall noch einmal nach Zürich.

Kulinarisch empfehle ich ganz ausdrücklich das Restaurant "Swiss Chuchi" des Hotels Adler in der Rosengasse. Hier gibt es nicht nur ausgezeichnetes Käse-Fondue in großer Auswahl, sondern auch super nette Kellner (wenigstens unserer war echt toll) und für Zürich-Verhältnisse eigentlich auch ganz humane Preise. Grundsätzlich darf man die deutschen Preise nämlich mal zwei nehmen und ein Restaurant ist "günstig", wenn die Hauptgerichte bei umgerechnet 18 - 20 Euro losgehen. ;)

Ebenfalls bezahlbar und sehr gemütlich ist das Rheinfelder Bierhaus in der Marktgasse, das wir nur durch Zufall und aus Verzweiflung gefunden haben, weil es dort, wo wir ursprünglich hin wollten, völlig überfüllt war. Das Zürcher Geschnetzelte mit Rösti: Saulecker.

Das Lily's in der Langstraße bietet panasiatische Küche - Thailand, Vietnam, China, Japan und Indien sind unter einem Dach vereint und schmecken wundervoll. Unbedingt zu empfehlen!

Und wenn man am letzten Abend noch 18,85 Franken übrig hat, was umgerechnet knapp 15 Euro sind, kein Geld mehr abheben möchte, aber gerne etwas zu essen möchte, bleibt einem nichts anderes übrig, als zu Mc Donalds zu gehen und bspw. sieben Cheeseburger zu bestellen, weil das Geld für zwei Menüs nicht mehr reicht und selbst die günstigen Take-Outs an zwielichtigen Straßenecken mehr haben wollen als 18,85 CHF.
Sieben Cheeseburger lassen zwar die Bedienung etwas verdutzt gucken, machen zwei ausgehungerte Deutsche aber satt und glücklich.

Unbedingt reinschauen sollte man natürlich in sämtliche Schokoladenläden wie Merkur, Teuscher, Sprüngli oder Vollenweider. Hier gibt es sehr hochwertige Schokolade und Pralinen zu beeindruckenden Preisen - wer einfach nur Lindt, Cailler und Konsorten kaufen möchte, spaziert vielleicht lieber in eine der vielen Coop-Filialen und deckt sich dort ein. Das wird etwas günstiger und man kann gleichzeitig noch viele andere tolle Sachen kaufen, wie beispielsweise total abgefahrene Sorten Schweppes oder Nestea. Ich liebe Supermärkte, besonders die in fremden Ländern. Irgendetwas findet man nämlich immer.
Der Globus hat im Übrigen eine sehr interessante Feinschmecker-Abteilung, die man sich auch anschauen sollte. Da habe ich ziemlich viele abgefahrene Sachen entdeckt und gucken kostet ja nichts. Außerdem kann man da alle 2 Meter etwas probieren.
Ganz, ganz dringend sollte man eine der Lolipop-Filialen besuchen. Hier gibt es nicht nur ganz tolle lose Süßigkeiten zum selbst zusammenstellen, sondern auch völlig abgefahrene amerikanische Sachen (auch Getränke), Hello Kitty-Kram etc. Das Ding bekommt noch einen eigenen Blog-Eintrag - ich habe dort echt wahnsinnig viele tolle Sachen gefunden.

Bei Sprüngli gibt es die berühmten Luxemburgerli:


































Sehen aus wie Macarons und sind im Prinzip auch nichts anderes, der Unterschied liegt wohl darin, dass die originalen Macarons größer sind und die Luxemburgerli allesamt eine cremeartige Füllung haben (erinnert mich von der Konsistenz her an die von Milchschnitte) und so etwas leichter sind als Macarons, die unterschiedlich gefüllt sind.

Ich habe mich dann einfach mal geopfert und sowohl bei Sprüngli Luxemburgerli gekauft:

































...als auch Macarons bei Ladurée in der Kuttelgasse (sehr edel, ich habe mich fast nicht reingetraut und durfte leider auch keine Fotos machen):

 
















...und zu guter Letzt sogar bei Vollenweider in der Theaterstraße:

































Ich habe meine Pflicht als Food-Bloggerin sehr ernst genommen und gegessen, bis mir schlecht wurde. *nick*
Das Ergebnis sieht so aus, dass mir persönlich die Macarons von Vollenweider am besten geschmeckt haben. Sie waren intensiver, man konnte die einzelnen Sorten also besser unterscheiden. Außerdem waren die Füllungen nicht immer gleich sahnig wie bei den Luxemburgerli UND es gab abgefahrenere Sorten (Wasabi ftw!). Ganz zu schweigen davon, dass ich die Atmosphäre im Laden angenehmer und die Bedienung freundlicher fand als bei den anderen beiden.
Die Dame bei Ladurée war zwar auch sehr liebenswert, aber ich hatte dort wirklich etwas zu viel Respekt und fühlte mich "nicht gut genug". :D
Übrigens sind die Ladurée-Macarons wohl das wirkliche Original und etwa doppelt so groß wie die Luxemburgerli von Sprüngli und die Macarons von Vollenweider.
Ergo: Geht zu Vollenweider, dort bekommt Ihr meiner Meinung nach die beste Auswahl und Qualität, mehr Abwechslung und soweit ich mich entsinne auch den besten Preis (obwohl die sich alle drei nicht viel tun; der 100 g-Preis lag immer bei 11 - 12 Franken).
Und wo habe ich natürlich am meisten Geld gelassen? Richtig, bei Sprüngli. Und wo am wenigsten? Genau, bei Vollenweider. Ich hatte schon immer ein gutes Gespür dafür, die Prioritäten falsch zu lagern.

In Zürich gibt es viel, was man shoppingtechnisch braucht oder auch nicht. Alle großen Marken sind vertreten, es gibt LV, Chanel und Gucci, aber auch H&M, Zara und Mango. Auch die bekannten Beautylabels wie MAC, LUSH und Benefit sind vertreten, wie in den meisten großen Städten.
Wer etwas möchte, das man eben nicht überall findet, geht zu Ponyhütchen in der Luisenstraße. Der Shop ist zurckersüß und clean zugleich; ich habe mich schon verliebt, als ich nur im Dunkeln dran vorbei gelaufen bin. Hier gibt es alles, was Mädchen wollen: Badecupcakes zum Anbeißen, kunterbunte Badesalze, wunderschöne Seifen, Lipstains, Blushes und Eyeshadows in allen Farben des Regenbogens...




















Die Preise sind fair und die Inhaberin ganz zauberhaft. Ich mochte fast nicht mehr gehen. :)
Ponyhütchen hat übrigens auch einen Onlineshop, den ich jedem gerne ans Herz legen möchte und demnächst selber in Anspruch nehmen werde. Meine Ausbeute wurde übrigens sehr schnuckelig verpackt, schaut mal:



















Was ich jedem Zürich-Touristen ans Herz legen möchte, ist die Zürich-Card. Mit der kann man nicht nur die Öffis nutzen, sondern bekommt auch in vielen Shops und Restaurants Rabatte, der Eintritt in Museen etc. ist kostenlos oder vergünstigt - einfach die Broschüre dazu mitnehmen, da steht alles drin und der Stadtplan in dieser Broschüre ist laut meinem Freund auch der übersichtlichste.
Mag zuerst teuer erscheinen (für 72 Stunden ca. 32 Euro, gibt es aber auch für 24 Stunden und dementsprechend günstiger), aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Wir waren damit beispielsweise in der Max Frisch-Ausstellung im Museum Strauhof, im Zürcher Spielzeugmuseum und, besonders beeindruckend, im Kunsthaus Zürich, das nicht nur wirklich wunderschön ist, sondern auch jede Menge bekannte und unbekannte Künstler bzw deren Werke beherbergt.

Wir waren auch im Züricher Zoo (10 % Rabatt mit Zürich-Card), der so ungefähr der tollste Zoo ist, den ich je gesehen habe. Wie ein riesengroßer, grüner Park, toll zum herumspazieren und nicht Gehege an Gehege, sondern relativ offen gehalten und landschaftlich grandios.




















Alles in allem war das ein fabelhafter Städtetrip, der ganz bestimmt mal fortgesetzt wird. Die Leute in Zürich sind zwar nicht ganz so wunderbar wie die Wiener, sondern eher wie... naja, wie Deutsche halt, gestresst und eher kühl... :D
Aber die Stadt selbst ist doch schon noch beeindruckender. Und wenn die Schweizer nicht so merkwürdig reden würden (ich empfehle Schweizer Fernsehen und insbesondere die Werbespots!) und sich noch dazu gerne mal weigern würden, hochdeutsch zu reden, würde ich fast auswandern wollen. Vor allem auch, weil ich dort im T-Shirt herumgelaufen bin - bei locker 20° C - und hier jetzt schon wieder bei aufgedrehter Heizung und mit Wärmflasche herumliege. Was soll's. Auch hier wird es mal warm. Ganz bestimmt.

13 footnotes:

Creative-Pink hat gesagt…

Dein Urlaubsbericht ist toll! Da bekommt man echt Lust das alles selbst zu sehen.

Irene hat gesagt…

Toller Bericht über Zürich, möchtest du Es herzlicher Erleben gibt es auch noch Bern und Luzern. Solothurn ist ein wunderschöne Stadt, klein aber fein :-))
Grüessli aus der Schweiz
Irene

Libra hat gesagt…

Toll! Scheint wunderschön gewesen zu sein! :)

Christina hat gesagt…

Wunderschöner Reisebericht! :D
So und nicht anders, hätte ich einen Zürich Besuch durchgeführt. (Käsefondue, Geschnetzeltes mit Rösti, Asiatisch, Schokolade, Schokolade, Kekse, Schokolade, Cheesburger... achja... und Einkaufen und Zoo.)
^___^
Wie gerne wäre ich dabei gewesen!
Schöne Grüße
Christina

Pure Pleasure Seeker hat gesagt…

Mein Lieblingswerbespot:

http://www.youtube.com/watch?v=HsOIX6MIvNM

Ist nicht so schlimm wenn du nichts versteht, wie du siehst gibt noch viel schrägere Dialekte as den Zürcher (nämlich den Bündner... ^^)

Corinne (myGloss) hat gesagt…

Meine Stadt :) Sehr schöner Bericht! Und hey, das mit dem Vollenweider kann jedem passieren, man kann ja nicht wissen, dass die noch besser sein sollen als die weltbekannten Schoggihersteller Sprüngli.

Jessy hat gesagt…

Ein wundervoller Post!
Da fühlt man sich als Schweizerin wirklich gebauchpinselt :)

Freut mich, dass dir unser neutrales, teures Ländchen so gut gefallen hat.

Despicable Me hat gesagt…

In die Schweiz möchte ich auch mal gerne. Schade, dass es so teuer dort ist. Steht noch auf der "To do"-Lebensliste. :-)

Anonym hat gesagt…

toller Bericht!
So ist man doch jeden Tag in Zürich und vergisst glatt, was es für eine tolle Stadt ist! :o)

Bsuech eus doch gli wieder mal! :-)

Es Grüessli
Veronica

Anonym hat gesagt…

stockholm nächstes jahr? ;-)

Miss Winkelmann hat gesagt…

Ein sehr spannender Bericht!
Liebe Grüße

Liv hat gesagt…

Ich liebe mein Zürich und es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat und du einige Tipps abklappern konntest ;-) Und Vollenweider mag ich wirklich auch sehr, sehr gerne :-)

Anonym hat gesagt…

wer zürich mag wird basel lieben! :) die schweiz ist eben super!

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